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Freiraum und Landschaftsentwicklungskonzept FLEK
Mitwirkung
Öffentliche Auflage vom 15.12.16 - 31.01.17
Eingabe glp Lenzburg, 31.01.17
Kontakt: Beat Hiller, Einwohnerrat glp Lenzburg, 078 688 71 30, beat.hiller@grunliberale.ch

Dokument: Freiraum- und Landschaftsentwicklungskonzept FLEK

Allgemeine Punkte:
Umdenken bei Intensivlandwirtschaft erforderlich
Früher wurden südlich und östlich vom Goffersberg die moorigen Böden entwässert und nutzbar gemacht. Dazu wurden hinter dem Bölli Drainagen durchgeführt. Heute steht man vor der Tatsache, dass die Böden ausgelaugt und übersäuert sind, so dass regelmässig gekalkt werden muss. Aktuell stellt sich die Frage der Rückgängigmachung der intensiven Nutzung hin zu einer ökologischen ausgeglichenen Landwirtschaft. Wir müssen uns auch die Frage erlauben, ob wir eine intensive Landwirtschaft um Lenzburg brauchen, insbesondere durch den Betrieb der Justizvollzugsanstalt. Ist es nicht mittel- bis langfristig ökologisch und ökonomisch sinnvoller, auf extensivere Wirtschaftsformen zu setzen und Produkte für die lokale Bevölkerung zu fördern.
Vollständigkeit
Natur- und Landschaftsinventar (Überarbeitet Oktober 2016): An mehreren Stellen wird auf dieses Inventar verwiesen. Es ist jedoch nicht auf der Homepage der Stadt auffindbar. Wir bitten darum, dass man dieses wichtige Dokument öffentlich macht.

Zu den einzelnen Kapiteln:
Übergeordnete Ziele:
Wir fordern zu den 5 sinnvollen Fokusräumen den zusätzlichen, sechsten Fokusraum.
  • Schaffung und Erhalt von Grünräumen und Grüninseln in der Stadt mit einer funktionierenden ökologischen Vernetzung
Bergfeld/Wildenstein
  • Es stellt sich die Frage ob es Sinn macht zwischen dem Aabach bis zur Seonerstrasse in eine neue Grünverbindung zu investieren, wenn auf Seite Staufen eine Intensivlandwirtschaft betrieben wird und die Vernetzung nicht weitergeführt werden kann. Vor der Realisierung ist mit der Gemeinde Staufen Kontakt aufzunehmen. Allenfalls ist es besser, wenn man diese Grünbrücke etwas weiter südlich angeht und dann via Tannlihag verlängert.
  • Wir fordern, dass im ganzen Raum einheimische Hecken und Alleebäume realisiert werden und nicht nur an den vorgeschlagenen Wegen und Bächen.
  • Beim Pt. 3 geht es um Rückgängigmachung einer ehemals illegalen Eindolung des Stadtbaches. Es ist dabei nach Möglichkeit der ursprüngliche Verlauf des Bächleins zu rekonstruieren.
  • Die Baumschule ist nicht störend und soll bleiben. Es ist auf jeden Fall besser, als wenn dort dann intensive Landwirtschaft hinkommt. Die Böden gehen vor allem wegen Zuckerrübe- und Maisanbau kaputt, während die Baumschule den Boden kaum belastet. Zudem bietet sie auch Vögeln und Insekten wertvollen Lebensraum.
  • Auch das Materiallager Gartenbau ist zu erhalten. Gerade dort sind immer wieder Vögel anzutreffen die es sonst nicht hat. Wenn es entfernt wird sollten entsprechende Steintrockengärten an anderen Orten errichtet werden. Auch hier gilt: Besser ein Materiallager als Intensivlandwirtschaft.
  • Die Anzahl Parkplätze beim Parkplatz Fünfweiher ist zu erhöhen. Es sollen alle Erholungssuchenden einen legalen Platz für ihr Auto finden. Je mehr Leute den Weg zum Weiher und zum Esterliturm finden, desto mehr wird der Grünraum anerkannt und die Bereitschaft diesen zu schützen gefördert.
  • Beim Pt. 9 muss die Aufhebung der Waldbrücke kompensiert werden. Als Ersatz schlagen wir einen 20m-30m breiten Wald-Heckenbereich rund um den Bölliweiher mit einer entsprechenden Ausweitung des Sumpfgebietes vor.
  • Weiter fordern wir, dass die nicht zonenkonformen und daher illegalen Treibhäuser zwischen Ziegel- und Bergfeldweg südlich der Strafanstalt umgehend zurück gebaut werden.
Bodenfeld/Hornerfeld
  • Beim Übergang Fokusraum 1 zu 2 sind mehrere Aussichtsbänke am Südhang zu installieren.
  • Die Wiederherstellung des Moosweihers wird unterstützt. Er ist für die Spaziergänger mit Weg, Bänklein und allfälligen Infotafeln zu erschliessen.
  • Beim Bau der Spange Hornerfeld ist darauf zu achten, dass es genügend Grünbrücken mit Verbindungen bis zu den Wäldern gibt.
  • Insbesondere die Massnahmen 7 und 8 werden sehr begrüsst.
  • Irgendwo zwischen Bühlweg einerseits und Moosweg andererseits (bis zum Mc Donald) gibt es noch eingedohlte Bächlein. Es ist zu prüfen, ob diese wieder oberirdisch geführt bzw. renaturiert werden können. Zumindest sollte diese Massnahme als Option aufgenommen werden.
Gofi/Schlossberg
  • Beim Pt. 3 muss die Aufhebung der FFF aufgeführt werden. Es ist stossend, dass auf dem Gofi, unserem beliebtesten Naherholungsgebiet mit strukturreicher Flanken, auf allen Seiten Intensivlandwirtschaft, mit den bekannten negativen Folgen für den Boden und die Umgebung, betrieben werden darf. Auch ökonomisch gesehen ist dies fragwürdig, schon allein hinsichtlich der Zugänglichkeit. Daher ist auf dem Gofi die intensive Landwirtschaft auf den nächstmöglichen Zeitpunkt aufzuheben. Anstelle soll eine Grünzone geschaffen werden.
  • Sollte eine Grünzone keine Mehrheit finden, so ist wenigstens eine extensive Produktionsform vorzuschreiben (Plan B). Diese kann mit Fruchtfolgeflächen von Kulturen wie Dinkel, Roggen, Sonnenblumen, Einkorn, Emmer, Ackerbohnen oder Mischkulturen (Getreide mit Leguminosen gemischt) realisiert werden. Dies lässt sich prima mit einer biologischen Bewirtschaftung verbinden.
  • Es ist zu prüfen ob zwischen der Verzinkerei und dem Gofischlössli der bestehende Weg im Wald geöffnet und begehbar gemacht werden kann.
  • In diversen Wäldern auf dem Gofi, insbesondere oberhalb der Siedlung in südöstlicher Richtung und zwischen Goffers- und Schlossberg, muss der Kirschlorbeer konsequent entfernt werden.
  • Beim Pt. 13 soll insbesondere ein Trampelpfad/Wanderweg integriert werden.
  • Verschiedene invasive Neophyten haben sich in den letzten Jahren im Gofigebiet verbreitet. Sie stammen von Samen, welche Vögel in anliegenden Gärten holen. Beim Pt. 10 sollen daher, wegen der Nähe zum Wald, in den Gärten der angrenzenden Häuser nur einheimische Pflanzen gepflanzt werden dürfen. Neophyten sind konsequent zu verbieten. Diese Forderung gilt auch beim Pt. 8, Familiengärten. Entsprechende Auflagen müssen zeitnah durch den Stadtrat verfügt werden.
  • Die Baumschule (Punkt 6) kann man belassen. Es sollen jedoch nur einheimische Bäume gezogen werden.
Boll/Lindfeld
  • Die Massnahme 1 wird unterstützt. Es ist jedoch auf eine Ausweitung der Familiengärten gegen Süden zu verzichten. In die Bestimmung zu den Schrebergärten ist aufzunehmen, dass in diesen keine invasiven, gebietsfremde Pflanzen angebaut werden dürfen. Der nördlich an die Familiengärten angrenzend Wald ist auf dem Gebiet von Lenzburg am stärksten mit Kirschlorbeer überwuchert.
  • Die beim Pt 6 vorgeschlagene neue Unterführung zum Theater lehnen wir klar ab. Wir erachten diese als unnötige Investition. Als Kompensation soll der bestehende Weg südlich des Theaters mit der westlich oberhalb liegenden Waldstrasse verbunden werden.
  • Dafür ist der Weg vom Mausloch südlich des Theaters bis Römerstein zu verbreitern und velogängig zu machen.
  • Wir unterstützen Massnahme 9. Das Rattenloch kann als Wildtierkorridor umgenutzt werden.
  • Wir verstehen Sinn und Zweck der Massnahme 8 nicht und lehnen sie daher ab.
  • Auf dem Jugendfestplatz ist der Einbau von tragenden Elementen im Rasen zu prüfen damit schwere Fahrzeuge besser parkieren können und es zu keiner unerwünschten Bodenverdichtung kommt.
  • Früher hatte es auf dem Feld zwischen der Schützenmatte und dem Bauernhof diverse Bäume und Strukturelemente. Heute ist alles ausgeräumt. Es ist zu prüfen, ob ca. ab Mitte der Allee in östlicher Richtung Bäume gepflanzt werden können. (Bild 1.1 aus Masterplan Lebensader Aabach)     
Länzert
  • Keine Bemerkung
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Dokument: Masterplan Lebensader Aabach

Aabach allgemein
  • Es muss sichergestellt werden, dass auf der ganzen Länge des Aabachs eine durchgängige Begehbarkeit am Wasser realisiert wird.
  • Zwar werden bei Punkt 2 Teilfragen auf die kommende Herausforderung der Ausscheidung des Gewässerraums nach Art 41 GSchV verwiesen (dass es eine enge Koordination zwischen den entsprechenden Stellen des Kantons, dem Stadtrat Lenzburg und dem Planungsteam erfordern wird). Insgesamt wird jedoch nicht klar, inwieweit die Umsetzung des Artikels den heutigen Masterplan Aabach beeinflusst. Die Zusammenhänge und Abhängigkeiten sollten in einem eigenen Abschnitt abgehandelt werden, vor allem, weil dies oft zu konfliktträchtigen Verhandlungen führt.
Wisa Gloria
  • Beim allfälligen Ersatz der Wisagloria Häuser müssen grosszügige moderne Häuserensemble mit einem Bezug zum Wasser angestrebt werden.
  • Im Raum Wisagloria sollen grosszügige (breite) Sitz-Stufen bis hinunter zum Bach geschaffen werden. Derart, dass man dort sitzen und zum Beispiel Mittagessen kann. (Dort wo der Töff steht bei Abb. 2.19)
  • Auf der Höhe des Kiosks beim Hammerpark ist eine Bachüberführung für Fussgänger zu erstellen, ähnlich derjenigen bei der oberen Mühle (Bild 2.10) um so die Durchgängikeit für die Fussgänger bis zur Niederlenzerstrasse zu ermöglichen.
  • Zudem soll der Grünraum zwischen Aabach und Hetex-Kanal auf der Höhe Hammerpark und in südlicher Richtung zugänglich gemacht werden.
  • Der Trampelpfad zwischen der Brücke zum Heropark und dem Türmli auf der Ost-Seite (Werkhof) ist auszubauen. Dieser Abschnitt kann, als Teilschritt, sofort angegangen werden, auch wenn man sich mit den nachfolgenden Grundstückseigentümern noch nicht einig ist. Eine Fortführung des Weges kann von dort zwischenzeitlich über die bereits bestehenden Industrieverbindungsstrassen sichergestellt werden.
Aabachraum Nord 2 (Stabil)
  • Als äusserst günstige Sofortmassnahme könnte man die bestehende Metalltüre, zwischen dem Bleicherain und dem Fussgängerstreifen vor dem Tunnel der Kernumfahrung, öffnen. Vielleicht derart, dass die Türe von alleine wieder zugeht. So wäre ein Teil der gewünschten Durchgängigkeit bereits gelöst.
  • Die Vegetation rund um die Insel nördlich der Schulhauswegbrücke ist ein Neophyten Eldorado. Teilweise mag dies noch vom Bau der Hochwasserentlastung herrühren. Eine sachgerechte Entfernung ist angesagt.
Süd 1 Allmend
  • Der Selnauwassergraben aus dem Raum südlich vom Sportplatz/Tennisplatz, der heute unterirdisch bis zur nördlichen Seite des Sportplatzes verläuft, soll umgelenkt werden. Der unterirdische Teil wird geschlossen. Dafür ist der Graben westwärts, südlich vom hinteren Fussballfeld, abzulenken. Bei der südwestlichen Ecke des Platzes ist das Wasser nördlich, parallel zum Aabach, bis zu den neu geschaffenen Weihern zu führen. So werden die Weiher gespeist und das überschüssige Wasser kann danach in den Aabach geleitet werden. Somit hätte man mehrere ökologische Aufwertungen auf einmal.
  • Weil dadurch nördlich des Fussballplatzes kein ständiges Wasser mehr fliesst, kann der Hochwasserentlastungsteil etwas tiefer gelegt werden. Auch hier hätte man eine spannende ökologische Nische, weil dadurch im Normalfall stehendes Wasser und im Hochwasserfall stark fliessendes Wasser entstehen würde.
  • Die Auszonung des Parkplatzes beim Hämmerliareal (5.4) soll kompensiert werden. Der ganze Raum zwischen dem Tomasini, der Seonerstrasse, des Aabachs und der bestehenden Grünzone nördlich des schmalen Querweges soll stattdessen als Grünzone eingestuft werden. Der sich darauf befindende Parkplatz soll in einen sogenannt extensiven Parkplatz umgewandelt werden. Dies bedingt die Pflanzung von Bäumen, die später ein mehr oder weniger geschlossenes Dach bilden.
  • Anmerkungen zu 7.2: Die Auffüllung und Neugestaltung der stillgelegten Kiesgrube ist ok. Die schon heute wertvollen Strukturen dürfen jedoch nicht zu Landwirtschaftszone werden, sondern müssen zu vollständig der Naturschutzzone zugeordnet werden.
  • Der Umzonung der Landwirtschaftszone beim Betriebsgebäude der JVA in BÖ ist nur dann zuzustimmen, wenn sichergestellt ist, dass dann nicht anderswo ein neuer Bauernhof gebaut wird, bzw. bestehende Gebäude in der Landwirtschaftszone (zum Beispiel Bergfeldweg) ausgebaut werden. Da ja sowieso kaum noch Insassen der JVA für der Ackerbau- und die Viehlandwirtschaft eingesetzt werden können, ist die Fortführung als Bauernhof zu überprüfen. Die übrigen Bauern von Lenzburg wären noch so froh, wenn der quersubventionierte Staatsbetrieb eingestellt würde. Die dadurch freiwerdenden Flächen können durch die ansässigen Bauern problemlos selber gepachtet und bewirtschaftet werden. Diese würde ihnen eine wirtschaftliche Option zum Fortbestand ihrer Bauernhöfe gewährleisten, da diese einem wirtschaftlichen Druck zu grösseren Betrieben ausgesetzt sind.


5600 Lenzburg, 31.1.2017 / glp Stadt Lenzburg